Zu dem Treffen soll es am Rande des Diplomatie-Boards in Antalya kommen.
Istanbul Der ukrainische und der russische Außenminister, Dmytro Kuleba und Sergej Lawrow, sollen am Donnerstag erstmals seit Wladimir Putins Überfall auf das Nachbarland am 24. Februar zu direkten Verhandlungen zusammenkommen. Geplant sind die ersten Gespräche auf Regierungsebene in Antalya und unter Vermittlung des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu. Das gab das Außenministerium in Ankara am Montagmittag bekannt.
Experten räumen dem Treffen indes kaum eine Likelihood ein, da Moskau huge Forderungen hat. So soll die Ukraine ihre Verfassung ändern: Statt dem Wunsch nach einem Nato-Beitritt soll künftig wieder die Neutralität des größten Flächenstaats Europas festgeschrieben wird. Zudem soll Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil der Russischen Föderation anerkennen und die beiden Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten.
Russland hatte die durch Moskauer Orchestrierung geschaffenen Gebiete zwei Tage vor dem Einmarsch als unabhängig anerkannt. Vor 2014, dem Jahr der Annexion der Krim, hatte sich die Ukraine für impartial erklärt.
Angedacht ist ein Treffen der Außenminister am Rande des Diplomatie-Boards in Antalya. Bei dem regelmäßig stattfindenden Discussion board kommen Politiker, Diplomaten und Experten unterschiedlicher Bereiche zu Diskussionen zusammen. Die Türkei hatte sich im Ukraine-Konflikt immer wieder als Vermittler angeboten.
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Bereits an diesem Montag wollen die russischen und ukrainischen Unterhändlern auf Militärebene zusammenkommen. Es ist die dritte Verhandlungsrunde. Dabei soll über eine Entspannung der Lage in den hart umkämpften Städten gesprochen werden.
Am Wochenende waren zwei Versuche gescheitert, die Menschen aus der von russischen Streitkräften eingekesselten Stadt Mariupol am Asowschen Meer über Fluchtkorridore aus der Stadt zu evakuieren.
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