Jerusalem Seit Jahren ist die von der israelischen Cyber-Firma NSO entwickelte Software program „Pegasus“ heiß begehrt, weil sie als eines der weltweit effizientesten Instrumente zur Überwachung von Mobiltelefonen gilt.
Pegasus, wirbt NSO, dessen Kürzel für die Vornamen der Gründer Niv Karmi, Omri Lavie und Shalev Hulio steht, werde zur „Verhinderung von Verbrechen und Terror sowie zur Wahrung der nationalen Sicherheit“ eingesetzt. Tausende von Menschen in Europa würden ihr Leben den NSO-Angestellten verdanken, behauptete das Unternehmen.
Pegasus ist ein Dual-Use-Produkt, das auch jene erhalten, die Regimekritiker überwachen wollen, räumte der NSO-Compliance-Officer vor etwa einem Jahr dem Handelsblatt gegenüber ein. Die Software program schleicht sich heimlich in das Smartphone einer Zielperson ein und bildet dessen verschlüsselte Inhalte so ab, dass der NSO-Kunde sie sehen kann.
Dieser Kunde kann ein Geheimdienst sein, der Terrorattacken verhindern will, oder aber ein Diktator, der mit Pegasus Kritiker überwacht. Darüber habe NSO dem Mitarbeiter zufolge aber „leider“ keine Kontrolle, weil Pegasus nicht an Individuen, sondern an Regierungen verkauft werde: „Wir liefern ihnen die Software program, und sie wenden sie an.“
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Premier Benjamin Netanjahu struggle bei seinen Auslandsreisen immer wieder Türöffner für die NSO-Supervisor. Die Exportlizenz wurde zwar nur unter der Bedingung erteilt, dass Pegasus ausschließlich zur Abwehr von Terrorismus und schweren Straftaten eingesetzt werde. Aber die entsprechende Verordnung, die vom Verteidigungsministerium kontrolliert wird, ist Staatsgeheimnis, das sich der parlamentarischen Kontrolle entzieht. Und so wurde Pegasus mutmaßlich an Länder wie Aserbaidschan, Bahrain, Saudi-Arabien, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert.
Auch Israels Regierung unter Druck
Wegen des Missbrauchs der Cyber-Software program ist nicht nur NSO, sondern auch Israels Regierung unter Druck geraten, weil sie den Export der Software program bewilligt hat. So wurde in Frankreich die Spähtechnologie auf Regierungstelefonen gefunden, um angeblich Gespräche des französischen Präsidenten Emmanuel Macron abzuhören. Als Verteidigungsminister Benny Gantz im Sommer in Paris struggle, stand das Thema NSO oben auf der Tagesordnung. Das US-Handelsministerium hat das Produkt der israelischen Cybergruppe gar auf seine schwarze Liste gesetzt.
Die Handelsministerin äußerte sich nach dem Bekanntwerden des Skandals kritisch zur Software program des israelischen Unternehmens.
(Foto: AP)
Die NSO-Aktivitäten würden den amerikanischen Interessen schaden, lautete die Begründung, nachdem bekannt geworden struggle, dass die Spionage-Software program auch zum Abhören von mindestens zwei Mitarbeitern des amerikanischen Außenministeriums in Uganda eingesetzt wurde.
Um weitere diplomatische Krisen zu vermeiden, hat die Regierung von Naftali Bennett der NSO-Group die Flügel gestutzt und die Zahl der Staaten, an die Pegasus verkauft werden darf, von 102 auf 37 herabgesetzt.
Die einstige Cyber-Perle stehe jetzt am Abgrund, zitiert die Tageszeitung „Haaretz“ Beamte des israelischen Verteidigungsministeriums, die für die Exportlizenzen zuständig sind. Zusammen mit der Reduktion der für den Verkauf zugelassenen Staaten könnten die US-Sanktionen bald zum Zusammenbruch des Unternehmens führen.
Rechtliche Probleme für Pegasus
NSO ist darüber hinaus mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Apple, WhatsApp und dessen Muttergesellschaft Meta haben den Pegasus-Spyware and adware-Hersteller verklagt. Apple strebt „eine dauerhafte Verfügung“ gegen die NSO-Group an, um das israelische Unternehmen daran zu hindern, sich in seine Produkte zu hacken. Vergangenes Jahr hatten bereits Technologieunternehmen wie Microsoft und Google rechtliche Schritte gegen NSO eingeleitet.
Pegasus ist everlasting auf Innovation angewiesen, um auch nach Updates von Apple- oder Android-Handys als virtueller Spion zu funktionieren. NSO sei jetzt aber nicht einmal in der Lage, „einen Stift in einem Walmart-Laden zu kaufen“, witzelten die Beamten des israelischen Verteidigungsministeriums. Und wenn ein amerikanisches Unternehmen ihnen Produkte verkaufen wolle, brauche es zunächst eine Sondergenehmigung.
Die nördlich von Tel Aviv angesiedelte Firma, die in einer Personal-Fairness-Transaktion 2019 mit einer Milliarde Greenback bewertet wurde, erwägt jetzt entweder den Verkauf des gesamten Unternehmens oder die Schließung seiner Pegasus-Einheit.
Letzteres würde NSO auf das von ihr entwickelte Drohnenabwehrsystem „Eclipse“ reduzieren. Es diene, versichern NSO-Ingenieure, einzig und allein dem Schutz von Zivilisten. So können zum Beispiel Sportfans im Stadium oder Passagiere im Flughafen vor tödlichen Drohnenangriffen geschützt werden. Eclipse erkennt die Gefahr automatisch, worauf die Plattform die Kontrolle über die Drohnen übernimmt und sie sicher in einer risikofreien Zone zum Landen bringt. Dass diese Technik nicht nur defensiv, sondern auch offensiv eingesetzt werden kann, ist bei NSO derzeit kein Thema.
Wie hoch der jährliche Umsatz ist, den NSO mit seinen über 700 Mitarbeitern erzielt, gehört zwar zu den Geschäftsgeheimnissen der Firma. Insider schätzen ihn aber auf rund 300 Millionen Greenback.
Das Unternehmen hat sich jedoch nicht an den Grundsatz seines Compliance-Officers gehalten, wonach jeder Missbrauch der Malware „sofort zu Sanktionen durch NSO führen würde – entschlossen und ohne Kompromisse“.
Ob Hacking von Menschenrechtsaktivisten in Marokko oder Bahrain, Ausspionieren von Regimekritikern in Polen oder Überwachung von Prinzessinnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Immer wieder taucht der Title Pegasus auf.
Die Spionage-Software program wurde auch nach Riad verkauft, um Personen, die dem saudischen Regimekritiker Jamal Khashoggi nahestanden, vor und nach seinem Tod zu überwachen. Laut Washington wurde Pegasus zudem auf dem Useful von Kashoggis Ehefrau platziert, Monate bevor dieser im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde.
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