Die „Crusing Yacht A“ ist 148 Meter lang und 25 Meter breit.
(Foto: dpa)
Berlin Italienische Behörden haben eine weitere Jacht festgesetzt, die einem russischen Milliardär zugerechnet wird. Das auf einen Wert von rund 530 Millionen Euro geschätzte Schiff mit dem Namen „Crusing Yacht A“ liegt im Hafen von Triest. Beamte der italienischen Finanzpolizei setzten es am Freitag fest, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.
Die von der deutschen Werft Nobiskrug gebaute Jacht wird dem russischen Kohle-Milliardär Andrej Melnitschenko zugerechnet, der nach Russlands Invasion in die Ukraine auf eine EU-Sanktionsliste gesetzt wurde. Die italienische Finanzpolizei hatte bereits vergangene Woche eine mutmaßliche russische Oligarchen-Jacht festgesetzt.
Die „Crusing Yacht A“ ist knapp 143 Meter lang und quick 25 Meter breit. Laut der Fachzeitschrift „Boote exclusiv“ gibt es auf den Weltmeeren nur wenige Jachten, die noch länger sind als der Dreimaster der Kieler Werft German Naval Yards.
Mit 180 Metern Länge führt die bei Lürssen in Bremen gebaute „Azzam“ die Liste derzeit an, gefolgt von der 163 Meter langen „Eclipse“, die in Hamburg bei Blohm+Voss entstand. „Ich glaube nicht, dass in Zukunft noch einmal eine größere Segeljacht als die „A“ gebaut wird“, sagt „Boote exclusiv“-Chefredakteur Marcus Krall gegenüber der deutschen Presse-Agentur als das Schiff im Jahr 2016 das erste Mal die Segel setzte.
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Als Auftraggeber des keilförmigen Dreimasters mit futuristischem Design gilt der russische Milliardär Andrej Melnitschenko.
(Foto: dpa)
Je ausgefallener die Wünsche, desto höher der Preis. „Requirements gibt es dabei eigentlich nicht“, sagt Claus-Ehlert Meyer, Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes der deutschen Presse-Agentur. Die „Crusing Yacht A“ beispielsweise verfügt unterhalb der Wasserlinie über eine Panorama-Lounge und neben Beibooten auch über ein eigenes U-Boot.
Beim Blick auf die 200 längsten Motorjachten der Welt fällt auf, dass ein großer Teil von ihnen in Deutschland entstand. „Die Deutschen bauen zwar bei weitem nicht die meisten Superjachten“, sagt Meyer.
Rund 50 Männer und Frauen arbeiten auf der Superjacht
Die Werften hierzulande bauten aber deutlich größere Luxusschiffe als die Konkurrenz in den Niederlanden oder Italien. Denn die deutschen Schiff- und Bootsbauer hätten das dafür nötige Know-how. Und: „Superjachten von der Stange gibt es nicht.“
Die von der Rendsburger Werft Nobiskrug bei German Naval Yards in Kiel gebaute „Crusing Yacht A“ hat der Designer Philippe Starck entworfen. Der Franzose hatte für den russischen Milliardär Melnitschenko vor Jahren bereits die Motorjacht „A“ ersonnen.
Auf dem Schiff soll illegales Tropenholz verbaut worden sein.
(Foto: IMAGO/Cowl-Pictures)
Und was kostet der Betrieb einer Superjacht wie der aus Kiel? „Jährlich fallen Betriebskosten in Höhe von bis zu zehn Prozent des Kaufpreises an“, sagt Krall. Die kolportierten 54 Männer und Frauen Besatzung seien im Vergleich zu so mancher reinen Motorjacht noch relativ wenig.
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„Unterm Strich sind die Eigner solcher Jachten im Jahr nur rund vier Wochen damit unterwegs.“ Den Relaxation der Zeit liegen die Schiffe im Hafen oder sind unterwegs, um gewünschte Reviere zu erreichen. „Denn deren Eigner fahren meist keine längeren Strecken damit.“
Zwar produzierten die Schiffe ihren eigenen Strom und ihr eigenes Süßwasser, dennoch sei der Verbrauch enorm, sagt Meyer. „So eine Jacht muss man sich vorstellen wie eine Kleinstadt, in die man oben Diesel reinkippt“, sagt der Verbands-Geschäftsführer. Die Umweltauswirkungen ihrer Jachten spielten für die Eigner aber durchaus eine große Rolle: „Denn das ist eine Imagefrage.“
Für das Schiff soll illegales Tropenholz verwendet worden sein
Das Picture litt im Jahr 2017, nachdem die Kieler Staatsanwaltschaft veröffentlichte, dass illegales Tropenholz für den Bau der Jacht verwendet worden struggle. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben und das Ergebnis ist eindeutig“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler der deutschen Presse-Agentur.
Es deal with sich um Teakholz, das nicht aus einer Plantage stamme. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz, sagte Bieler.
Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ darüber berichtet. Ein Sprecher der Werft sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben nach wie vor ein großes Interesse daran, dass der Fall aufgeklärt wird“.
Mit Agenturmaterial
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