Ein Busfahrer wurde in Dortmund von einem betrunkenen Fahrgast mit einer Glasflasche attackiert. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Belastung von Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr durch übergriffige Passagiere.
Ein Busfahrer in Dortmund-Bövinghausen wurde am Mittwochabend von einem betrunkenen Mann angegriffen und am Kopf verletzt. Der 23-jährige Täter hatte zuvor Fahrgäste beleidigt und wurde vom Fahrer aus dem Bus verwiesen. Als Reaktion darauf attackierte dieser Polizeiangaben zufolge den Fahrer mit einer Glasflasche und zerstörte Glasscheiben an den Bustüren und einem Haltestellenhäuschen. Die Polizei konnte den Mann später festnehmen. Der Busfahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.
ÖPNV-Beschäftigte streiken am Donnerstag nicht nur um bessere Tarifbedingungen, sie kämpfen um ein besseres Image, um mehr Verständnis für ihren Job, um Anerkennung für seit Jahren wachsende Belastungen. Dazu gehören auch unfreundliche, pöbelnde oder übergriffige Fahrgäste. Dies ist nicht der erste Angriff auf einen Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr in Dortmund in den letzten Monaten. Äußerst brutal wurden im vergangenen Mai zwei Fahrkartenkontrolleure in einer U-Bahn angegriffen. Ein 54-jähriger ÖPNV-Mitarbeiter wurde hier von einem Fahrgast mit einem Kugelschreiber in den Kopf gestochen und schwer verletzt.
Deeskalationstraining für Fahrer – alle fünf Jahre
Jeder zehnte Arbeitsunfall in Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) werde durch Übergriffe Dritter verursacht, stellte die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft schon vor Jahren fest. Rund 50 Prozent davon entfallen demzufolge auf ÖPNV-Fahrpersonal, und davon wiederum seien drei Viertel der Betroffenen Linienbusfahrer.
Alle fünf Jahre müssen Busfahrer an Schulungen teilnehmen. Die Themen sind unter anderem: Schülerverkehr, Umgang mit Stress, Kommunikation mit Jugendlichen, Deeskalation.